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Forschung & Entwicklung

Belastungsanalysen
Hamburg, 15. August 2019

Pionierarbeit für einen gesunden Muskel-Skelett-Apparat

LIFEBONUS-Belastungsanalysen


Um einen JOBSIMULATOR so effektiv zu entwickeln, dass das Schulungskonzept für die jeweiligen Berufsgruppen nachhaltig wirkt, führen wir bei LIFEBONUS seit 2017 umfangreiche Belastungsanalysen durch. Sie bilden die Basis für die weitere Entwicklung der Schulungskonzepte, Videoanalysen und der JOBSIUMULATOR-Infrastruktur.

Dieses Vorgehen haben wir so standardisiert, dass es die jobspezifischen Bewegungsabläufe auf ihre Belastungen hin wissenschaftlich analysiert und bewertet.

Bei Belastungsanalysen liegen körperliche Tätigkeiten im Fokus, die in erster Linie das Muskel-Skelett-System belasten. Typische Beispiele, die berufsbedingte Muskel-Skelett-Erkrankungen verursachen, sind Heben, Tragen, Ziehen und Schieben schwerer Lasten. Durch eine jobspezifische, auf Teiltätigkeiten ausgelegte Beurteilung der Belastung und ergänzende medizinische Analysen werden die Risikofaktoren für Muskel-Skelett-Erkrankungen der Beschäftigten erkannt.

  • 1) Im ersten Schritt analysieren wir im Rahmen der Arbeitsplatzanalyse neben dem Arbeitsplatz auch das Unternehmen als Organisation. Zu der Arbeitsplatzerfassung gehören die Aufgaben, Arbeitsumgebung, verwendete Arbeits- und Betriebsmittel sowie die Arbeitsorganisation, einerseits als Vergleich mit bestehenden Studien und andererseits als Grundlage, um die Belastungen zu verstehen.
  • 2) Im zweiten Schritt werden die jobspezifischen Tätigkeiten unter die Lupe genommen und die Tätigkeitsabläufe beobachtet. Bei der Arbeitsablaufanalyse erfassen wir die Ausführungsdauer der einzelnen Tätigkeiten und identifizieren die belastenden Tätigkeiten. Zudem analysieren wir die Haltungen (z.B. die Anzahl der Bückvorgänge) und die typischen Bewegungsabläufe, teilweise mit Hilfe von Videoaufnahmen, um unphysiologische Bewegungsmuster zu erkennen, die den Muskel-Skelett-Apparat unnötig belasten.
  • 3) Für die Belastungsbewertung werden im dritten Schritt passende Bewertungsmethoden zur Ermittlung des Risikoausmaßes von belastenden Tätigkeiten angewandt. Dabei erfassen wir Daten entweder per Beobachtungsverfahren, Videoaufnahmen (Capture Motion) oder unter Einsatz von Messtechnik (z.B. CUELA) und werten sie anschließend, um Belastungswerte zu ermitteln.
  • 4) Im vierten Schritt der so genannten Beanspruchungsanalyse, wird durch Studienrecherchen, Auswertung der vorliegenden Gesundheitscheckdaten und Mitarbeiterbefragungen die Frage beantwortet, welche Belastungsarten welche Wirkung auf welche Körperregionen haben. Als abgeschlossen gilt die Belastungsanalyse mit der Übergabe der Dokumentationen und Ergebnisse an das nachfolgende Modul, die Trainingskonzepterstellung. Es handelt sich dabei um einen mehrere hundert Seiten umfassenden Ergebnisbericht der Belastungsbeurteilungen mit folgenden Inhalten:


  • Zusammenfassung der Analyseergebnisse
  • Aufstellung der jobtypischen Muskel-Skelett-Beschwerden und Belastungen nach Körperregionen
  • Beschreibungen der Bewegungen, die gesundheitskritische Belastung erzeugen
  • Angaben zur Belastungsintensität
  • Empfehlungen für die Trainingsumsetzung
  • Beschreibung der idealtypischen Bewegungsabläufe


  • Eine Prüfung durch den Geschäftsbereich Prävention der BG Verkehr kam zu dem Ergebnis, dass die Bewegungsanalysen von LIFEBONUS plausibel und überzeugend durchgeführt wurden. Die Fachleute bescheinigten den umfangreichen Bewegungsanalysen höchste Genauigkeit und bestätigten ihre Wichtigkeit für die Entwicklung des JOBSIMULATORs.

    JOBSIMULATOR®
    Hamburg, 4. Februar 2019

    HAW Studie

    HAW evaluiert Wirksamkeit des JOBSIMULATOR® Trainingskonzeptes


    Um die Wirksamkeit des JOBSIMULATOR Konzeptes zu evaluieren, führt die Professur für Arbeitswissenschaft mit dem Team des Labors für Arbeit und Gesundheit der Fakultät Life Sciences der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg eine Studie durch, die im Februar 2019 gestartet ist. Die Studie wird durch die Berufsgenossenschaft Verkehrswirtschaft Post-Logistik Telekommunikation (BG Verkehr) und der Techniker Krankenkasse (TK) - letzteres aktuell noch in Abstimmung – finanziell unterstützt.

    Diese Evaluation findet im Rahmen des Modellprojektes JOBSIMULATOR statt. Ziel ist es, die Gestaltungsmaßnahmen zur Reduktion von physischen Belastungen und Beanspruchungen von Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste am Hamburg Airport wissenschaftlich auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen. Im Fokus der Studie steht der JOBSIMULATOR von LIFEBONUS. Wissenschaftliche Messungen und Befragungen sollen zeigen, in wie weit physische Belastungen und Beanspruchungen der Trainierenden reduziert werden. Weiterhin wird die Messgenauigkeit des bei LIFEBONUS eingesetzten Videosystems betrachtet.

    Mehr als 40 Probanden nehmen bisher an der Studie teil. Die ersten Zwischenergebnisse werden Ende 2019 erwartet. Im Herbst 2020 sollte eine vollständige wissenschaftliche Auswertung des JOBSIMULATOR Konzeptes vorliegen.